Diskussion

ELECTRONIC SOUND BY LATIN AMERICAN WOMEN

Sweet Spot. Lounge für elektroakustische Musik

14. 04. 2026, 19.00 Uhr

Das gängige Narrativ Elektronischer Musikgeschichte geschieht primär aus einer euro-amerikanischen Perspektive. Positionen aus Lateinamerika erscheinen dabei als peripher oder nachholbedürftig. Lateinamerikanische Komponistinnen entwickelten allerdings schon früh eigenständige Praktiken, indem sie verfügbare Technologien lokal aneigneten und in spezifische soziale Kontexte überführten. Ihre Arbeiten entstanden unter Bedingungen politischer Instabilität, Migration und begrenzten Zugangs zu Studios und Technik, wodurch Brüche, Unterbrechungen und interdisziplinäre Strategien erklärbar werden. Zugleich verweist ihre Praxis auf eine doppelte Marginalisierung, da sowohl Komposition als auch Technologie historisch männlich codierte Felder darstellen. Elektronischer Klang erscheint hier als Medium von Erinnerung und historischer Positionierung, in dem Erfahrungen von Exil, Gewalt und kultureller Hybridität eingeschrieben bleiben und eine transnationale Avantgarde jenseits der westlichen Zentren hörbar wird.

Gestaltung: Martin Losert

Die Reihe SWEET SPOT versteht sich als Forum klassischer und ganz neuer Produktionen Elektroakustischer Musik in Salzburg. Es werden Stücke des Genres gehört und miteinander diskutiert. Begleitet wird jedes Konzert mit einer kurzen Einführung und der Möglichkeit, sich über das Gehörte auszutauschen.

Idee, Technik und Moderation der Reihe:

Alexander Bauer (Komponist, Organist | Studio für Elektronische Musik (SEM), Universität Mozarteum Salzburg)
Achim Bornhöft (Komponist, Leiter Studio für Elektronische Musik (SEM) | Universität Mozarteum Salzburg)
Marco Döttlinger (Komponist | Institut für Neue Musik, Universität Mozarteum Salzburg)
Martin Losert (Saxophonist, Instrumentalpädagoge, Leiter Department Musikpädagogik, Leiter PB InterMediation | Universität Mozarteum Salzburg)

EINTRITT FREI !